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PRESSESTIMMEN:


Katharina von Glasenapp-Lindauer Zeitung

......leitet gekonnt über zu den sephardischen Liedern des Ensembles Cantarela. Lipa Majstrovic brachte mit ihrer schönen, natürlichen Altstimme die besondere Melancholie dieser Lieder zum Ausdruck, unterstützt von Gitarrist Wolfgang Wallner und Paul Tieze am Bass und vor allem belebt von den zauberischen Perkussionsklängen von Robert Kainar. Was dieser mit australischem Regenstab, Schellen, Becken und beschwörender Körpersprache an Klängen herausholte, war für sich allein schon sinnlicher Kunstgenuss.

Spanische Seele
Cantarela musizierte im "Le Pirate"

von Andreas Friedrich  
Der Name war Programm, denn "cantar" bedeutet "Singen" - und rund um traditionelle Lieder aus Spanien ging es beim dritten Konzert des neuen Quartetts Cantarela im Rosenheimer "Le Pirate". Zwei große Teile umfasste das nicht nur für Spanienspezialisten interessante Programm: Zum einen interpretierten die vier Musiker spanische Volkslieder, die der andalusische Dichter Federico Garcßia Lorca aufgezeichnet und selbst schon als Komponist weiterbearbeitet hatte, zum anderen die Lieder der sephardischen Juden Spaniens.

Lorca, der 1936 von den Faschisten ermordet wurde, hatte den "gitanos", den Zigeunern vom Sacromonte, ein literarisches Denkmal gesetzt. Bewußt ließen die Musiker jedoch Spielarten des Flamenco beiseite und konzentrierten sich auf eher klassische Töne, bei denen vor allem die Stimme von Lipa Majstrovic wunderschön zum Tragen kam.

Die Sängerin, deren Mutter im andalusischen Chiclana lebt, verbreitete in charismatischer Weise die Atmosphäre, die es braucht, um sich auf diese Art Lieder einzulassen. Stimmlich meisterte sie Nuancen in Höhen und Tiefen und wirkte dabei authentisch und gleichzeitig locker und konzentriert.

In "Zorongo" brachte das Quartett den Hörern südliche Liebesnächte nahe: "lo que valen son tus brazos, cuando de noche me abrazan/ was zählt sind deine Arme, die mich nachts umarmen". Eine reife Gruppierung startet mit Cantarela ein ambitioniertes, ernsthaftes Programm, das in einer sehr reizvollen, gut ausgestatteten Nische beheimatet ist.

Der klassische Gitarrist Wolfgang Wallner war schon bei Studienaufenthalten in Cádiz und Málaga auf Lorca gestoßen und hatte die Idee, alte Lieder im Exil lebender jüdischer Gemeinden  des 15. und 16. Jahrhunderts , der Sepharden, zu intonieren. Je nach Herkunft klingen die Stücke mal "spanischer", mal auch stark orientalisch gefärbt, was Robert Kainar an der Perkussion mit geeigneten Rhythmen und wundersam-exotischen Instrumenten unterstreicht. Angenehm dezent und wirkungsvoll bringt Kainar sich ein, ebenso wie Paul Tietze, der hie und da  wie in "Die kleinen Pilger" seinen Bass dynamisch bearbeiten darf.

Abwechslungsreich ist der Gesamtverlauf des melodischen Konzerts, das nach ruhigem Beginn einige temperamentvollen Ausbrüche und jazzigen Momente erfährt. "Chulería", die spannende Eigenkomposition Wallners, übernimmt einiges vom Flamenco, ebenso wie das umjubelte "nací en Alamo". In dem Lied heißt es: "Ich habe keinen Ort, keine Landschaft, keine Heimat". Das "Le Pirate" war an diesem Abend ein sehr schönes musikalisches Zuhause für Musiker und Publikum. Den weiteren Weg von Cantarela, die am Folgetag ihre erste CD aufnahmen, darf man weiter gespannt verfolgen.

 
 
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